Schweden 2.0 – Tag 4

Naturreservat Nässja

Wer jetzt gestern dachte, das Wetter kann ja eigentlich nicht schlechter werden, dem sei gesagt: Doch, es kann!

Auch wenn wir noch im Trockenen im SchwedenParadies gestartet sind, so mussten wir doch schon nach kurzer Zeit einen Stopp einlegen, um Regenjacke und auch Regenhose anzuziehen. Der Himmel wurde fast so schwarz wie abends zum Sonnenuntergang.

Zum Glück war meine Tagesplanung eh, eine Vormittags- und eine Nachmittagsrunde zu Wandern, weil ich für den Abend einen Tisch für uns Fünf in Knallhult im Pensionat Sågknorren gebucht hatte.

Die Mittagspause, um wieder trockene Sachen anzuziehen, war auf jeden Fall sinnvoll und notwendig.

Gelacht haben wir trotzdem viel, es wurden in wechselnder Besetzung alberne Gruppenfotos bei Weltuntergangs-Wetter gemacht und gespaßt, dass wir vor zwei Jahren hier unsere Nachtwanderung gemacht haben.

Hier, das ist in Nässja, in dem tollen Naturreservat auf der Halbinsel im Unnen. Früher gab es ein Liebespaar von dem einer auf der Westseite des Sees und der andere auf der Ostseite des Sees wohnte. Sie heirateten und bekamen drei Kinder, wohnten aber weiterhin auf den eigenen Höfen, um Landwirtschaft, Viehhaltung und Waldpflege beibehalten zu können. So ruderten sie im Sommer mit dem Boot über den See und im Winter kamen sie über das Eis. Die Kinder behielten diese Tradition bei und der Sohn, der am längsten lebte, hat die Höfe dem Heimatverein vererbt. So sollten alle die Möglichkeit erhalten, des See und den Wald in Nässja zu genießen.

Unsere Hunde haben sich dieses Motto gleich zu eigen gemacht und See und Wald in vollen Zügen genossen.

Nach unserer Mittagsstärkung, einem kleinen Päuschen und trockener Kleidung sind wir dann am Nachmittag wieder aufgebrochen, um einen neuen Rundweg in einem anderen Naturreservat zu erkunden. Diesmal ging es nach Femsjö. „Fem“ bedeutet auf Schwedisch „fünf“ und „sjö“ heißt „See“. Hier liegen gleich 5 Seen in unmittelbarer Nachbarschaft und wieder führt ein toller Rundweg durch atemberaubende Landschaft.

Der Ort ist bekannt und berühmt für seinen großen Sohn Elias Fries. Der Botaniker, Lehrer und Philosoph hat viele wichtige und grundlegende Bücher über Mykologie und Botanik verfasst. Seine Farbtafeln über die Abbildungen verschiedenen Pilzarten werden auch heute noch in vielen Teilen der Welt als Grundlage verwendet.

Leider hat das Wetter uns verfolgt und sogar den Vormittag noch mit einem kleinen Topping versehen. Nachdem wir bei Sonnenschein gestartet sind hat uns zum Ende noch der Ausläufer eines Gewitters gestreift. Das hört sich schon immer beeindruckend an, wenn der Donner über die Seen „rollt“. Aber es war nicht wirklich schlimm und wir waren eh bald wieder am Ziel.

Und das Abendessen im Pensionat Sågknorren war wirklich ein Volltreffer. Super leckeres Essen mit einer ganz lieben Bedienung, nur für uns. Nochmal ein kurzer Schwedisch-Exkurs: „Sågknorren“ ist eine Wortschöpfung der Besitzer. „Såg“ ist das schwedische Wort für Säge, weil das Baumaterial für das Haus komplett aus den Bäumen, die auf dem Grund standen, gesägt wurde. und „Knorre“ ist die Bezeichnung des Ringelschwanzes bei Schweinen, weil die beiden echte Fans sind. Das sieht man auch bei der Einrichtung.

Milchkännchen

Somit bleibt als Resümee des Tages nur zu sagen: Das schlechte Wetter macht uns nix, wir hatten wieder jede Menge Spaß, zwischendurch schien schließlich auch immer wieder die Sonne und das Abendessen war ein mehr als gelungener Tagesabschluss.

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