Meine Reise nach Öland – Tag 2

Guten Morgen ihr Lieben! Wir haben prima geschlafen. Es war richtig gemütlich über Nacht und am frühen Morgen haben uns die Möwen geweckt.

Hurley hat pünktlich um 6 Uhr seine Pillen bekommen und dann sind wir gleich aufgeblieben. Der Morgen war neblig, aber relativ warm. Wir haben eine kleine Morgenrunde am Strand gedreht, die anderen haben alle noch geschlafen. Also war es ganz egal, wie wir ausgesehen haben.

Danach das zweit-wichtigste: Kaffee gekocht, im Stuhl eingemummelt und dem Morgen beim Wachwerden zugeschaut.

Die Platzverteilung war wieder die Gleiche wie gestern Abend. Hurley bei mir auf seinem Kissen, Seven aufmerksam mit Rundum-Blick und ich gemütlich in meinem Stuhl.

Der Plan für den Tag war ein Besuch im Trollskogen. Das wollte ich furchtbar gerne sehen, auch wenn es sicher nicht die allercleverste Idee war. Schließlich war mein Campingplatz im Süden der Insel und der Trollskogen ist ganz im Norden. Ihr erinnert euch an meine Fakten vom 1.Tag? Die Insel ist 137 km lang… Egal, ich hatte schon ewig keinen Urlaub mehr und so konnte ich mir gleich einen Eindruck von der ganzen Insel machen.

Horst hat natürlich auf dem Campingplatz auf uns gewartet und wir haben uns auf den Weg gemacht.

Der Nebel blieb beharrlich über der Insel hängen und unterwegs kam mir der Gedanke, ob es denn so klug war, die Regensachen im Camper zu lassen. Getreu dem Motto „Gestern war es ja auch schön“. Aber Umkehren ist feige und der Wettergott hat es gut mit mir gemeint. Gegen 11 Uhr kam die Sonne endlich raus und es wurde schön.

Im Trollskogen gab es erwartungsgemäß leider ein paar andere Besucher, aber der Andrang hielt sich insgesamt doch sehr in Grenzen. Wir waren überwiegend ganz für uns.

Wie die meisten „Touristen-Attraktionen“ dieser Art in Schweden kostet auch der Trollskogen keinen Eintritt. Als Fazit kann ich sagen: Ja, es war nett, aber nicht so spektakulär, wie ich es mir erhofft hatte. Ein alter Wald am Meer mit schrullig gewachsenen Bäumen und dazu ein paar geschichtsträchtige Plätze. Nicht böse sein, aber das habe ich hier am Bolmen auch 😀

previous arrow
next arrow
previous arrownext arrow
Slider

Insgesamt stehen in diesem Wald 30 uralte Eichen. Die Trolleiche – Trolleken – ist eine der ältesten Eichen Ölands und die Dickste im ganzen Wald. Da kam mir unwillkürlich der Gedanke, was dieser Baum in seinem Leben wohl schon so alles gesehen hat.

Und dann natürlich der Schoner Swiks, der hier im Dezember 1926 gestrandet ist. Die Mannschaft konnte sich damals an Land retten und ich bin bestimmt die erste, die das Schiffswrack am Strand fotografiert hat.

Dann bin ich noch auf ein interessantes Hinweis-Schild gestoßen: Die Trollsmör, also Trollbutter, gehört zur Gattung der Schleimpilze, ist aber mehr ein Tier, als ein Pilz. Er ist gelb, wächst auf alten Holz und kann sich fortbewegen. Das muss ich bei Gelegenheit doch direkt mal recherchieren, vielleicht finde ich den ja auch bei uns im Wald.

Für alle, die denken „Das war es dann ja wohl für den Tag.“, muss ich enttäuschen. Schon auf dem Hinweg ist mir in Borgholm die große Schlossruine aufgefallen. Die wollte ich auf dem Rückweg gerne anschauen.

Die alte Ruine ist der Nachbar zu Sollidens Slott, dem Sommersitz der königlichen Familie. Für 1 Schloss war nur vernünftig Zeit. Der Sommer war vorbei und König und Königin sicher in Stockholm, deshalb habe ich mich für die Ruine entschieden.

Wider Erwarten waren sogar Hunde willkommen und so wurde aus meiner geplanten Besichtigung von außen ein richtiger Rundgang durch das Schloss.  Der Eintritt war mit 95 SEK moderat und meine beiden Vierbeiner durften kostenlos mit rein.

Für alle Kultur-Interessierten wieder mal ein paar Fakten:

  • Das Schloss war für über 900 Jahre während des Mittelalters bis ins 16.Jahrhundert hinein eine strategisch sehr wichtige Festung für Schweden, Dänen und Deutsche.
  • Entstanden ist Burg aus einem Wehrturm aus dem 12.Jahrhundert, dessen Reste heute noch zu sehen sind. Danach wurde die Burg in mehreren Etappen umfangreich ausgebaut.
  • Von 1572-1592 ließ König Johan III. daraus ein prachtvolles Renaissanceschloss bauen. Die quadratische Außenmauer bekam in jeder Ecke große, runde Türme mit kleineren Aussichtstürmen auf dem Dach.
  • Im Kalmarkrieg wurde das Schloss dann wieder schwer zerstört und König Karl X. Gustav ließ es in ein Barockschloss auf- und umbauen.
  • Das Schloss verlor dann massiv an Bedeutung. Am 14.10.1806 gab es einen großen Brand, der das Schloss erneut in eine Ruine verwandelte.
previous arrow
next arrow
previous arrownext arrow
Slider

Auch hier waren wir wieder mit nur ganz wenigen anderen Besuchern unterwegs. Daher war das Mitnehmen der Hunde auch kein Problem. In einigen Räumen sind extra Schilder angebracht: „Maximal 50 Personen gleichzeitig in diesem Raum!“ Wir waren maximal zu zweit.

Hurley ist bei solchen Besuchen sowieso immer tiefenentspannt, den kann man wirklich überall mit hinnehmen. Aber auf Seven war ich richtig stolz. Sie hat sich prima benommen und alles schön vorsichtig mitgemacht. Sogar eine kleine Metallbrücke aus Kupfer hat sie mit uns überquert. Im Leben des kleinen Hundes passieren doch immer wieder ganz viele spannende Dinge.

Danach sind wir dann aber wieder zu Horst gefahren. Wir konnten wieder einen wunderschönen Sonnenuntergang bestaunen und hatten in dieser Nacht den Campingplatz fast ganz für uns alleine. Nur der Fuchs hat sich leider nicht wieder blicken lassen.

Morgen geht es noch auf eine kleine Wanderung und dann wieder nach Hause ins SchwedenParadies.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.