Hochzeitstags-Wanderung

Kranich in Südschweden

Jetzt habe ich so langsam alles durch – Geburtstagswanderungen gab es ja schon mehrere und heute hatte ich eine Hochzeitstags-Wanderung. Nach all der Zeit endlich wieder Gäste, dann auch noch Wanderbegeisterte und als i-Tüpfelchen der Hochzeitstag. Sogar mit Torte, aber lasst euch überraschen.

Unsere lieben Scully-Haus Gäste sind dieses Jahr Mitte Mai unsere ersten Gäste des Jahres. Schon im Vorwege hatten wir einen supernetten Kontakt und es war schnell klar, dass wir zusammen die schwedischen Wälder erwandern wollten.

Der Mai 2021 hat sich leider im Monat geirrt und präsentiert sich als April inklusive des dazugehörigen Wetters. Heute Morgen waren sage und schreiben 4°C, aber der Wetterbericht hat versprochen, dass es trocken sein soll. Also sind wir um 9 Uhr frohen Mutes direkt vom SchwedenParadies gestartet. Kreuz und quer ging es auf knapp 16 km durch den umliegenden Wald.

In Önnekvarn haben wir einen kleinen Stopp eingelegt und ich habe ein wenig über die geschichtlichen Hintergründe dieses so unscheinbaren Dorfes erzählt. Dann schnell weg von der Straße, bevor ein Auto kommt und wir noch jemanden treffen und wieder hinein in den Wald.

Die Sonne kämpfte noch mit den Wolken, aber es war trocken und mit 15 Grad ideales Wanderwetter.

Unseren ersten Stopp haben wir dann direkt am Bolmen gemacht und meine Gäste haben begeistert die Kameras ausgepackt.

Motive gibt es ja auch wie Sand am Meer und wer gerne fotografiert ist in Schweden am rechten Fleck.

Nach unserem Päuschen ging es dann weiter und auf meine Frage „Rechts und vielleicht ein bisschen hinsetzen oder links und querfeldein durch den Wald?“ waren sich meine Gäste schnell einig, dass sich querfeldein richtig gut anhört. Nach der ständigen Geräusch-Berieselung in Deutschland haben sie die Ruhe und die Einsamkeit besonders genossen.

Wir haben dann auch mitten im Wald gestoppt, ohne Weg, keine anderen Menschen, keine anderen Geräusche, nur wir und der Wald und die Stille.

Die Sonne war noch in ihren Kampf mit den Wolken verstrickt, während wir weiter die Ruhe genossen haben und ohne Wege durch den Wald geschritten sind,

Dann wurden wir noch sehr freundlich von zwei Elchen begrüßt, …

… ok, schade. So viel Glück hatten wir dann doch nicht. Aber gleich darauf meldeten sich die Kraniche mit ihrem Trompetenruf und die Augen von Julia begannen zu leuchten. Vorsichtig hat sie sich angeschlichen und u.a. dieses tolle Foto gemacht.

Unser Wetterglück hat uns dann verlassen und aus dem prognostizierten regenfreien Tag wurde leider nichts. Wir haben, wie es sich gehört, trotzdem das Beste draus gemacht, uns kurz untergesetzt, um Teile der Hochzeitstorte zu genießen. Mit Zuckerherzchen und allem Drum und Dran – sehr lecker.

Die Wolken zogen sich weiter zu und boten ein fantastisches Schauspiel.

Der Regen ließ dann leider auch nicht lange auf sich warten und hat uns auf den nächsten 5 km beharrlich begleitet. Wir streiften trotzdem unverdrossen weiter auf schmalen Pfaden, direkt entlang des Bolmen, noch wieder ein bisschen quer durch den Wald, nach links nach rechts und geradeaus.

Eingepackt in Regenkleidung haben wir das frische Grün der Birken und Buchen bewundert, die riesigen Ameisenhaufen unterwegs, die Esstische der Eichhörnchen mit den zerkauten Tannenzapfen und die Ruhe und die Einsamkeit. Ganz ist es mir nicht gelungen, an diesem Tag niemanden zu treffen – einem Arbeiter im Forwarder, der am Holzrücken war sind wir begegnet und einem lieben Waldbesitzer, der sich immer freut, wenn er mich durch seine Wälder laufen sieht. Aber gut, für 6 Stunden Wanderung ist der Schnitt, finde ich, gar nicht so schlecht.

Am Schluss hat sogar meine tapfere, kleine, wasserdichte Kamera gestreikt und wollte keine scharfen Fotos mehr machen.

Aber dann hatte das Wetter doch ein Einsehen mit uns und die Sonne hat die Regenwolken wieder vertrieben. Die Natur fing sofort an zu dampfen und die Feuchtigkeit des Regens hing schwer in der Luft. Da waren wir plötzlich gar nicht mehr so traurig, dass es nicht den ganzen Tag so warm war. Schnell wieder die ganzen Regensachen ausgezogen und dann ging es auf den letzten 3 Kilometern gemütlich zurück in unser SchwedenParadies.

Meiner Meinung nach habe wir den Tag so optimal genutzt: Wir sind gewandert, als die Temperaturen noch angenehm dafür waren und konnten dann am Nachmittag gemütlich in der Sonne sitzen und das schöne Wetter genießen.

Ich sage Danke für den netten Tag, schön, dass endlich wieder Wandergäste zu Besuch sind und ich die wunderschöne Umgebung mit euch teilen durfte. Ich ziehe jederzeit gerne wieder mit euch durch die Wälder.

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