Ein Besuch im Bilkyrkogården Kyrkö Mosse

Für alle, die davon noch nicht gehört haben, das ist ein alter Autofriedhof in der Nähe der Ortschaft Ryd. Hier stehen, im Wald verteilt, etwa 150 historische Autowracks.

Es gibt sicher unzählige Bücher über Schweden, die Sehenswürdigkeiten und schöne Plätze auflisten, aber vielen gemeinsam ist, dass sie den Autofriedhof für sehenswert halten, oftmals sogar unter den Top 10 der Dinge, die man in Schweden gesehen haben muss.

Da Ryd „nur“ ca. 2 Autostunden von uns entfernt ist, haben wir uns gestern einmal auf den Weg gemacht, um mitreden zu können.

Im Vorwege drängten sich mir schon zwei Fragen auf: Wie sind diese ganzen Autos in den Wald gekommen und vor allem warum?

Der Herr über diese Wracks war Åke, ein geschäftstüchtiger Schwede, der Anfang des 19.Jahrhunderts geboren wurde. In den 50er und 60er Jahren wurden die Autos, wenn sie nicht mehr fuhren, einfach im nächsten Waldweg stehen gelassen. Egal ob VW-Käfer, Ford Taunus, Opel Kadett, Volvo PV, Citroen 2CV oder viele andere.

Åke vom Moor

Da erkannte Åke seine Chance, sammelte die Wagen ein und verkaufte die Ersatzteile. Übrig blieben die Karosserien und jede Menge alte Reifen. Das letzte Auto hat Åke 1974 gekauft, bis 1992 lebt er noch dort im Wald in seiner 12 m² kleinen Hütte und verkauft weiterhin die Ersatzteile der Autos.

Dann zieht er ins Altersheim und die Wracks blieben im Wald. Nach zahlreichen Diskussionen beschließt die Gemeinde Ryd, dass der Autofriedhof für jederman und jederzeit frei zugänglich bleiben soll.

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Zugegeben, für alle, die gerne fotografieren, ist das ein toller Ort mit spannenden Motiven und ich hatte auch jede Menge Spaß mit meiner neuen Kamera. Der Wandel über die Jahre macht sicher einen Großteil der Faszination aus.

So sah es z.B. noch 1980 an einem der Wege aus:

 

Und so sieht es heute aus:

Lackfarben sind quais gar nicht mehr zu erkennen und man muss inzwischen auch sicher ein wenig von Autos verstehen, um bei einigen Exemplaren überhaupt noch sagen zu können, welches Modell das war.

Aber ich muss mich trotzdem an dieser Stelle outen: Dass das jetzt ein Ort ist, den man in Schweden unbedingt gesehen haben muss, kann ich nicht wirklich sagen. Da würden mir spontan jede Menge Plätze einfallen, die ich schöner finde.

Aber das liegt auch sicher daran, dass ich an Schweden am meisten die unberührte Natur liebe, einsame kleine Wege entlang zu spazieren oder an einem Seeufer zu sitzen und außer den Wellen am Strand nichts weiter zuhören, dass ist mein Schweden und das sind meine Lieblingsplätze.

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