Der zerplatzte Traum

Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt 🙁

Seit vielen Jahren schon hege ich den Traum, nur mit meinem Bärchen Hurley und Zelt eine Mehrtagestour zu machen. Der Hallandsleden ist wie geschaffen dafür: Er liegt mit seinen 360 km ausgeschildertem Weg ganz in unserer Nähe, die Strecke führt vielfach auf Singletrails mitten durch die Natur und wir könnten uns hinfahren und wieder abholen lassen.

So müssten wir keine feste Strecke schaffen (sowieso war nicht der ganze Weg geplant), können uns treiben lassen und ich kann wunderbar auf meinen gehandicapten Hund Rücksicht nehmen. Hurley ist jetzt schon über 9 Jahre alt, ein Opi für einen Riesenschnauzer. Aber wir sind täglich unterwegs und auch wenn seine Sturm-und-Drang Phase vorbei ist, so bin ich sicher, dass er konditionell in der Lage dazu ist und wir zusammen jede Menge Spaß haben würden.

Leider hat Hurley auch Epilepsie und eine zeitlang sah es so aus, als würde ich meinen treuen Begleiter an diese Krankheit verlieren. Aber wir haben gekämpft und seit 21 Monaten war Hurley anfallsfrei. Das können wir wagen, dachte ich, wenn nicht jetzt, dann nie! Seine Medikamente kann ich mitnehmen und auch die Notfallmedizin und dann erleben wir wunderbare Tage, nur wir zwei.

Hurley

Alles war eingekauft, die Strecke war geplant, der Rucksack fast gepackt – und dann hat die Krankheit wieder zugeschlagen. Das ist das Schlimme daran, es kommt immer unerwartet, ohne Vorzeichen, offensichtlich ohne Auslöser und die Tierärzte können nur sagen, was es nicht ist, aber niemand kann sagen, vorher es kommt.

So habe ich meinen Traum, dieses Erlebnis mit ihm in meinem Herzen zu verwahren, schweren Herzens beerdigt . Das Risiko, durch die Aufregung vielleicht wieder einen Anfall zu provozieren und dann nicht in seiner gewohnten Umgebung zu sein, ist mir einfach viel zu groß.

So wird dieser Traum leider ein Traum bleiben und ich muss mir eingestehen, dass früher, als es noch möglich gewesen wäre, leider andere Dinge wichtiger waren als unsere Wanderung. Ich werde für die Zukunft noch wieder mehr versuchen, dass Hier und Jetzt zu genießen und mein Leben nicht von äußeren Zwängen bestimmen zu lassen.

Vielleicht kann ich diesen Traum eines Tages mit meinem kleinen Kobold Seven erleben und dann werden wir vor unserem Zelt sitzen, einen Becher Kaffee in der Hand und ganz bei uns selbst sein.

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